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Mein Vermögensberater

www33

 

                
                        – garantiert selbst erlebt –

 

Wenn das Telefon läutet:

Telefonat mit einem Finanzfachmann

”Ein herzliches Grüß Gott aus der wunderschönen Landeshauptstadt Düsseldorf. Mein Name ist Karl Klug von der www34Consulting Limited Holding … Wir haben hier Sonnenschein bei 27 Grad, beste Sicht bei wolkenfreiem Himmel. Ich hoffe, auch Sie im hohen Norden haben schönstes Wetter und Freude an Ihrer schönen Umgebung”  dröhnte es mir mit lauter Stimme aus dem Telefonhörer entgegen.

“Wir handeln international mit Devisen und Kontrakten auf den größten Finanzmarktplätzen der Welt. Wir machen Millionengewinne für unsere zufriedenen Kunden. Als international handelndes Unternehmen haben wir exzellente Verbindungen in die Schweiz und in die USA.”

Jetzt war es an der Zeit, den Hörer einige Zentimeter vom Ohr abzuhalten. Herr Klug musste sehr laut sprechen. Doch er konnte nichts dafür: Er schien mitten im Auge eines wild tosenden Finanztaifuns zu sitzen: Lautes Rufen, hektische Telefonate, ständiges Geticker und Getacker der Finanztelegrafie, dazwischen eilige Schritte und nervenaufreibend schrille Stimmen. Auch der blutigste Laie weiß hier sofort: In diesem Raum gehen jede Minute Millionensummen über den Tisch!

Und mittendrin sitzt Herr Klug und hat sogar noch Zeit, mit mir zu telefonieren!

Da ich im Moment sowieso nicht zu Wort kommen konnte, nutzte ich die Zeit, mir ein paar Gedanken zu machen: Wie schön, dass jemand Klug heißt. So einem Namen bringt man Vertrauen entgegen und hört sich gern Ratschläge an. Was für ein Glück, gerade in dieser Branche solch einen Namen zu besitzen. Wie unklug wäre es, Dumm, Dummer oder Dämlich zu heißen. Solchen Menschen würde man natürlich kein Wort glauben.

 Auch war es sehr klug von Herrn Klug, sich nicht Klüger zu nennen. Sofort würde es zu Neid und Missgunst kommen. Niemand möchte, dass jemand klüger ist als er.

Mittlerweile war Herr Klug bei “Devisen Futures, Depots, Wechselkursschwankungen und Nachschusspflicht” angelangt. Leider hatte er – verständlich bei dem hektischen Treiben, das ihn umgab – nicht die Zeit, mich zu Wort kommen zu lassen.

Inzwischen überlegte ich, ob ich mir nicht auch einen Lautsprecher mit Hintergrundgeräuschen neben mein Telefon stellen sollte. Vielleicht würde ich es etwas klüger anstellen als Herr Klug und darauf achten, dass die Hintergrundgeräusche nicht so gleichförmig klingen.

Wahrscheinlich würde ich mir eine Kassette mit Applaus und Bravorufen anschaffen. Dann würde ich meine Kunden anrufen und sagen, dass ich sie mal kurz zwischen zwei Seminaren anrufe und alle Teilnehmer schwer begeistert sind.

Zwischenzeitlich schwärmte Herr Klug von seinen Kunden: Professoren, Bankdirektoren und bekannten Politikern, deren Namen er aus verständlichen Gründen nicht nennen dürfe. Wenn Herr Klug sich nicht in meiner Telefonnummer geirrt hatte, war mein Stellenwert sehr hoch einzuschätzen: Mein Name in einem Atemzug mit bekannten Professoren, Bankiers und Politikern!

“Die Banken betrügen uns um unser Erspartes und machen Riesengewinne, weil sie uns keine Zinsen zahlen”. Jetzt war eine Pause im Gespräch eingeplant und ich durfte artig: “Ja, das stimmt” antworten.

“Sie haben auch kein Geld zu verschenken und müssen hart für jeden Euro arbeiten”. Jetzt kam die nächste Pause und mir blieb nichts anderes übrig, als wieder mein “Ja” abzuliefern.

Jetzt war Vorsicht angebracht, damit Herr Klug mich nicht rhetorisch aufs Kreuz legte. Zwei “Ja” hatte er schon eingeheimst. Ab sofort trennten mich nur noch wenige Sekunden von dem endgültigen rhetorischen Fangschuss.

Bilder wurden in mir wach: Von Menschen die ihr Leben lang hart gearbeitet hatten. Menschen die in wenigen Sekunden mit einer Unterschrift um ihre gesamten Ersparnisse gebracht wurden. Menschen die jetzt in bitterer Armut ihr Dasein fristen müssen, während ihre Finanzberater mit eigenen Yachten auf dem Mittelmeer kreuzen.

Kluge Finanzberater, die klug genug sind, sich nicht erwischen zu lassen. Klug genug, sich nur die schönsten Gespielinnen auf ihre Yacht einzuladen. Klug genug, nur den echten Kaviar und den echten Krimsekt zu genießen. Und wahrscheinlich klug genug, sich ihren geprellten Kunden damals als Klug vorzustellen.

Diese Bilder direkt vor Augen, überwand ich mich, Herrn Klug in seinen Hochfinanz-Ausführungen zu unterbrechen “Warum verwenden Sie Ihre Zeit nicht darauf, Ihr eigenes Geld anzulegen, statt jetzt mit mir zu telefonieren. Da würde unter dem Strich und bei den hohen Gewinnmargen sicherlich mehr herauskommen?” wand ich listig und gut durchdacht ein.

“Kennen Sie einen Chirurgen, der sich selbst operiert?” Dieser einleuchtenden Logik war nichts entgegenzusetzen und Herr Klug hatte den Ball zurück.

Nun war der Weg frei, für den schon befürchteten Rhetorikschlag zum Abschluss des Finanzkontraktes: “Für Sie als Unternehmer, der mit Geld umgehen kann, ist es klar, dass Sie nicht nein sagen, wenn Sie innerhalb weniger Tage Ihr Geld verdoppeln und verdreifachen können”.

– Gesprächspause –

Der Finanzlärm im Hintergrund füllte die Hörmuschel aus. Das Stakkato der Ticker mit Meldungen von Millionengewinnen hämmerte durch den Telefondraht. Mein – von Herrn Klug fest eingeplantes – “Ja” wollte mir dennoch nicht über die Lippen kommen.

“Von Devisengeschäften verstehe ich nichts. Eine Geldanlage kommt für mich daher nicht in Betracht.” Mit dieser Antwort übersprang ich elegant den ausgelegten rhetorischen Fallstrick. Zugleich durfte ich hoffen, dass Herr Klug jetzt seine Bemühungen aufgab, um sich wieder seinen Professoren, Direktoren und bekannten Politikern zu widmen. Doch weit gefehlt:

 “Gerade gestern hat mich ein Schweizer Bankier hier im schönen Düsseldorf besucht, um uns zu bestätigen, dass …….” Es wäre unfair gewesen, Herrn Klug weiterreden zu lassen. Selbst mit einer Waffe in der Hand, hätte man mich nicht zum Abschluss zwingen können: Das Gespenst der bitteren Armut war zu groß.

Mit lauten harten Worten gelang es erstmals, den Lärm des Devisenhandels mitsamt seinem Herrn Klug in den Hintergrund zu drängen. Befreit legte ich den Hörer auf: Den war ich endgültig los!

Wenige Tage später läutete das Telefon. Sogleich hörte man die verräterischen Geräusche des internationalen Geldhandels in Düsseldorf heraus. Und nur Sekundenbruchteile später: ”Ein herzliches Grüß Gott aus der wunderschönen Landeshauptstadt Düsseldorf. Mein Name ist … “

So geht es nun schon seit über einem halben Jahr. Ein- bis zweimal im Monat ruft mich mein Vermögensberater Herr Klug an. Vielleicht werden wir noch gute Freunde. Und vielleicht stimmt es tatsächlich mit den Millionengewinnen …

So jetzt muss ich Schluss machen: Das Telefon hat gerade geläutet …